Lexikon der Fachbegriffe der Fotografie

Abbildungsmaßstab

Der Abbildungsmaßstab beschreibt das Verhältnis zwischen der Größe eines Gegenstands und der Größe seiner Abbildung auf dem Kamerasensor. Wenn ein 180 cm großer Mann auf dem Sensor eine Fläche von 1,8 cm einnimmt, handelt es sich um einen Abbildungsmaßstab von 1:100 oder auch 0,01 x. Da Objektive nicht auf beliebig kurze Entfernung scharfstellen können, kann man Gegenstände nicht beliebig groß auf dem Sensor abbilden. Daher gibt es für jedes Objektiv einen maximalen Abbildungsmaßstab. Echte Makroobjektive bieten einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1,00 x (1:1), was bedeutet, dass ein 1,8 cm großer Gegenstand auf dem Sensor eine Fläche von ebenfalls 1,8 cm einnimmt.

Abblenden

Unter "Abblenden" versteht man, die Blende weiter zu schließen. Hierzu verwendet man eine höhere Blendenzahl (z.B. f/8 statt f/5.6).

APS-C-Sensor

APS-C-Sensoren werden in allen Canon-EOS-Kameras verwendet außer den Kameras der Profi-Serien 1D X, 1D, 1Ds und 5D. Die Fläche dieses Sensors ist kleiner, als das aus analogen Zeiten bekannte "Vollformat". Die effektive Brennweite ist um den Faktor 1,6 größer. Verwendet man an einer Kamera mit APS-C-Sensor ein 100 mm Objektiv so erhält man denjenigen Bildeindruck (Bildausschnitt und Bildwinkel), der bei Verwendung eines 160 mm Objektivs an einer Vollformat-Kamera entstanden wäre. Manche Objektive sind nur für APS-C-Kameras geeignet (z.B. alle Canon EF-S-Objektive).

APS-H-Sensor

APS-H-Sensoren werden in den Canon-EOS-Kameras der Serie 1D (nicht 1D X und nicht 1Ds) verwendet. Die Fläche dieses Sensors ist kleiner, als das aus analogen Zeiten bekannte "Vollformat" aber größer, als das an vielen anderen Kameras verwendete APS-C-Format. Die effektive Brennweite ist um den Faktor 1,3 größer. Verwendet man an einer Kamera mit APS-H-Sensor ein 100 mm Objektiv so erhält man denjenigen Bildeindruck (Bildausschnitt und Bildwinkel), der bei Verwendung eines 130 mm Objektivs an einer Vollformat-Kamera entstanden wäre. An APS-H-Kameras können keine Objektive verwendet werden, die für APS-C Kameras entwickelt sind (also keine EF-S Objektive).

Bildfeldwölbung

siehe Wölbung der Schärfeebene

Bildstabilisator

Ein Bildstabilisator verringert Verwackelungsunschärfe, die durch Vibrationen der Kamera oder des Objektivs entstehen (vor allem durch das natürliche Zittern der Hände). Je länger die Brennweite eines Objektivs, desto enger der Bildwinkel und desto mehr machen sich Verwackelungen bemerkbar (eine Objektivbewegung um einen Millimeter verändert den Bildausschnitt bei Verwendung eines Weitwinkelobjektivs nur wenig, bei einem stark vergrößernden Teleobjektiv jedoch wesentlich mehr).
Als Richtwert kann man sagen, dass man ohne sichtbare Verwackelungsunschärfe ein Objektiv ohne Bildstabilisator nur bis zu einer maximalen Belichtungszeit verwenden kann, die dem Kehrwert der Brennweite des Objektivs entspricht. Also 1 / Brennweite ist die längste verwendbare Belichtungszeit ohne Bildstabilisator. Bei Verwendung von Kamerasensoren mit Verlängerungsfaktor muss dieser ebenfalls berücksichtigt werden (also 1 / effektive Brennweite). Mit Bildstabilisator kann man längere Belichtungszeiten verwenden, ohne dabei Verwackelungsunschärfe zu verursachen.
Da Bildstabilisatoren unterschiedlich arbeiten und ständig weiterentwickelt werden, gibt es verschiedene Klassen von Stabilisatoren. Man unterscheidet diese durch den durch sie möglichen Blendenstufen-Gewinn. Ein Blendenstufen-Gewinn von 2 bedeutet, dass man eine viermal so lange Belichtungszeit verwenden kann.
Durch Verwendung des Objektivs auf einem Stativ (statt aus der Hand) kann man die größten Bewegungen durch Zittern der Hände verhindern. Die meisten Bildstabilisatoren gleichen in diesem Fall aber immer noch die durch mechanische Bewegungen innerhalb der Kamera (Wegklappen des Spiegels, Bewegung des Verschlussvorhangs) entstehenden Verwackelungen aus. Wenn sich allerdings das Objekt bewegt (Tier, Mensch, Pflanzen im Wind) hilft gegen die entstehende Bewegungsunschärfe (nicht Verwackelungsunschärfe) auch der beste Bildstabilisator nichts.

Blendenstufen-Gewinn

Der Blendenstufen-Gewinn beschreibt die Leistungsfähigkeit eines Bildstabilisators. Ein Blendenstufen-Gewinn von 1 Blendenstufe bedeutet, dass man mit doppelt so langer Belichtungszeit fotografieren kann, ohne Verwackelungsunschärfe in Kauf nehmen zu müssen. Ein Blendenstufen-Gewinn von 2 Blendenstufen erlaubt enstrechend die vierfach so lange Belichtungszeit usw..

Body

Als "Body" wird die Kamera selbst (das Gehäuse) ohne Objektiv bezeichnet.

Bokeh

siehe Schönheit der Unschärfe

Extender

[auch Telekonverter] Ein Extender wird zwischen Kamera und Objektiv geschraubt und verlängert die Brennweite um einen Faktor. Üblich sind Extender mit 1,4-facher oder 2-facher Vergrößerung. Die Bildqualität leidet allerdings bei der Verwendung von Extendern und außerdem verliert das Objektiv an Lichtstärke: bei 1,4x eine Blendenstufe, bei 2x sogar zwei. Aufgrund mechanischer / optischer Begebenheiten können Extender nicht mit jedem Objektiv verwendet werden. Canon gibt sogar nur wenige seiner besseren Teleobjektive für die Verwendung mit Extendern frei. Obwohl der Bildstabilisator i.d.R. durch die Verwendung von Extendern nicht beeinträchtigt wird, kann ggf. der Autofokus den Dienst versagen. Je nach Kamera-Modell wird für die Autofokus-Funktion nämlich eine gewisse minimale Lichtstärke des Objektivs benötigt (die durch den Extender ja verringert wird).

Festbrennweite

Als Festbrennweiten bezeichnet man Objektive, die nur eine Brennweite besitzen (z.B. 50 mm), also keine Zoom-Objektive (z.B. 24–105 mm).

ISO-Wert

Als ISO-Wert bezeichnet man die Lichtempfindlichkeit des Sensors, die in der Kamera eingestellt werden kann. Zu Zeiten der analogen Fotografie hatte ein eingelegter Film immer nur eine bestimmte Lichtempflichkeit und somit einen festen ISO-Wert. Wollte man draußen im strahlenden Sonnenschein fotografieren, nahm man einen Film mit geringer Lichtempfindlichkeit wie ISO 100 und für Innenaufnahmen musste dann ein anderer Film eingelegt werden (z.B. ISO 400), der eine höhere Lichtempfindlichkeit aufwies. In der digitalen Fotografie kann der ISO-Wert für jedes Bild eingestellt werden wobei hier (wie damals beim Film) gilt, dass höhere ISO-Werte mehr Rauschen und insgesamt eine geringere Bildqualität bedeuten. Bei Kameras ist häufig der ISO-Einstellbereich angegeben, wobei dieser noch nichts darüber aussagt, wie akzeptabel die Bildqualität bei hohen ISO-Werten ist.
Die Zahlen hinter den ISO-Werten verhalten sich dabei ähnlich, wie Belichtungszeiten: eine Verdoppelung des ISO-Wertes bedeutet, dass der Film oder Sensor doppelt so empfindlich ist und somit also nur halb so viel Licht benötigt. Möchte man also z.B. eine Aufnahme bei Blende f/8 machen und stellt fest, dass bei ISO 100 das Umgebungslicht für eine Belichtungszeit von 1/25 s ausreicht, kann man zur Erzielung einer kürzeren Belichtungszeit (1/50 s) den ISO-Wert auf 200 stellen oder für eine noch kürzere (1/100 s) auf ISO 400 u.s.w..

L-Objektive

"L"-Objektive heißen die hochwertigen (und meist teuren) Profi-Objektive von Canon. Äußerlich sind diese Objektive an ihrer weißen Gehäusefarbe oder einem roten (seltener: grünen) Ring zu erkennen.

Objektivschelle

Meist wird bei der Verwendung von Stativen die Kamera direkt auf dem Stativkopf befestigt. Bei der Verwendung sehr großer und schwerer Objektive hat dies aber eine ungleichmäßige Gewichtsverteilung zur Folge und es besteht die Gefahr, dass das Objektiv nach vorne wegkippt. Zudem wirken teils sehr große Kräfte auf das Objektivbajonett der Kamera (weshalb man auch beim Fotografieren ohne Stativ besser das Objektiv, als die Kamera abstützt). Eine Objektivschelle wird um das Objektiv selbst geschraubt und dann anstelle der Kamera am Stativkopf befestigt. So kann der Schwerpunkt besser in die Mitte des Stativs verlagert werden und das Bajonett der Kamera muss nur noch das Gewicht der Kamera selbst tragen. Die meisten Objektivschellen ermöglichen zudem das schnelle Wechseln zwischen Quer- und Hochformat ohne dabei den Stativkopf zu bemühen.

Offenblende

Die Offenblende oder maximale Blende ist die niedrigste Blendenzahl, die an einem Objektiv verwendet werden kann. So eingestellt lässt das Objektiv ein Maximum an Licht hindurch. Die Offenblende ist auch in der Objektivbezeichnung angegeben - z.B. f/2.8. Bei manchen Zoomobjektiven ist die Offenblende abhängig von der verwendeten Brennweite und daher finden sich in manchen Objektivbezeichnungen Angaben wie f/4.5-5.6.

Randabschattung

siehe Randschatten

Randschatten

[auch Randabschattung, Vignettierung] Die meisten Objektive bilden den Bildrand dunkler ab, als die Bildmitte - d.h. die Helligkeit wird nicht gleichmäßig abgebildet. Wie stark dieser Randschatten ausgeprägt ist, hängt stark von der Bauweise des Objektivs ab. Werden Filter oder Streulicht­blenden verwendet, können diese die Abschattung noch verstärken. Gute Objektive weisen einen möglichst geringen Randschatten auf. Durch Verwendung einer größeren Blendenzahl kann der Abschattung entgegen­gewirkt werden. Moderne Kameras bieten ferner die Möglichkeit eine auf das jeweils verwendete Objektiv genau abgestimmte automatische Vignettierungs-Korrektur bereits während der Aufnahme durchzuführen.

Schärfebereich

[auch Tiefenschärfe, Schärfentiefe] Ob das ganze Bild von vorne bis hinten scharf ist oder nur ein kleiner Bereich scharf sein soll, hängt vom jeweiligen Anwendungszweck ab. Weite Landschaften sollen meist überall scharf sein, doch um z.B. eine einzelne Blüte (Vordergrund) auf einer Wiese (Hintergrund) hervorzuheben wird gezielte Unschärfe gerne eingesetzt. Die Tiefe des scharfen Bereichs im Bild hängt von mehreren Faktoren ab. Je offener die Blende (niedrige Blendenzahl), je höher die Brennweite und je geringer der Abstand zu dem Punkt, auf den scharf gestellt wird, umso geringer ist der Schärfebereich. Etwas vereinfach dargestellt kann man außerdem sagen, dass der Schärfebereich umso größer wird, je kleiner der in der Kamera verbaute Bildsensor ist.

Schärfentiefe

siehe Schärfebereich

Schönheit der Unschärfe

[auch Bokeh] Die Schönheit der Unschärfe ist - wie der Name bereits vermuten lässt - etwas eher Subjektives. Allerdings kann man pauschal sagen, dass unscharfe Bildbereich möglichst gleichmäßig aussehen sollen und das hängt vor allem von der Konstruktion des Objektiv-Verschlusses (der Blende) ab. Je mehr Lamellen für die Blende verwendet werden, desto weniger eckig (runder) ist das Loch durch das das Licht einfällt und desto schöner sieht die Unschärfe im Bild aus. Farbsäume in unscharfen Bildbereichen beeinträchtigen ebenfalls deren Schönheit.

Streulichtblende

Eine Streulichtblende wird vorne auf das Objektiv aufgesetzt und soll verhindern, dass Licht von der Seite direkt auf die Frontlinse fällt. Es ist eine rein mechanische Vorrichtung, die im Gegensatz zu Filtern eigentlich keinen Einfluss auf die Optik nimmt. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Streulichtblenden durch ihre (schlechte) Konstruktion den Bildwinkel des Objektivs einschränken. Dies zeigt sich dann durch verstärkte Randschatten.

Telekonverter

siehe Extender

Tiefenschärfe

siehe Schärfebereich

Verlängerungsfaktor

Wird ein Objektiv an einer Kamera verwendet, deren Sensor kleiner ist, als das aus analogen Zeiten bekannte Vollformat (z.B. ein APS-C Sensor), wirken die so aufgenommenen Bilder vergleichsweise stärker vergrößert. Es entsteht im direkten Vergleich zum Vollformat der Eindruck, dass das Bild mit einer verlängerten Brennweite aufgenommen wurde - bei APS-C Sensoren mit einer um den Faktor 1,6 verlängerten Brennweite. Dies ist der Verlängerungsfaktor.

Vignettierung

siehe Randschatten

Vollformat-Sensor

Vollformat-Sensoren entsprechen der Größe des aus analogen Zeiten bekannten Kleinbild-Aufnahmeformats von (Länge × Breite) 36 mm × 24 mm. Das Format wird auch 35 mm-Film genannt, da die analogen Filmrollen inklusive der Lochungen zum Filmtransport eine Breite von 35 mm haben. Lediglich die Canon EOS-Kameras der Serien 1D X, 1Ds (nicht 1D) und 5D verwenden einen Sensor dieser Größe.

Wölbung der Schärfeebene

[auch Bildfeldwölbung] Idealerweise ist das vom Objektiv auf den Sensor projezierte Bild (wie der Sensor selbst) völlig flach und nicht gewölbt. Ist dies nicht der Fall, unterscheidet sich die optimale Schärfeeinstellung (Fokussierung) zwischen Bildmitte und Bildrand. D.h. wenn auf ein Objekt am Bildrand scharfgestellt wird, ist nicht gleichzeitig die Bildmitte in der Ebene der optimalen Schärfe (und andersherum) - die Schärfeebene ist gewölbt. Diesen Effekt sollte man nicht damit verwechseln, dass Ojektive in aller Regel am Rand ohnehin eine geringere Auflösung (Schärfe), als in der Bildmitte aufweisen. Die Wölbung der Schärfeebene ist in der Praxis nur bei Aufnahmen mit geringem Schärfebereich relevant und wenn Objekte fotografiert werden, die sowohl am Bildrand, als auch in der Bildmitte in exakt gleicher Entfernung zur Kamera stehen (denn ansonsten befinden sich Bildmitte und Bildrand eh nicht in der gleichen Schärfeebene). Ein Beispiel für eine solche Aufnahme ist eine frontal aufgenommene formatfüllende Häuserfassade.

Zirkular-Polfilter

Zirkular-Polfilter werden verwendet, um durch seitlich einfallendes Streulicht entstehende Reflexionen auf nicht-metallischen Oberflächen zu vermindern oder zu verstärken. Zum Beispiel in Fensterscheiben oder auf Wasseroberflächen können Reflexionen entweder stören oder den Bildeindruck sogar verstärken. Doch auch auf Pflanzen, Tieren, Menschen, Gestein etc. bewirkt die Filterung des Streulichts intensivere Farben. Ein langweiliger Himmel kann mit einem Zirkular-Polfilter ebenfalls aufgepeppt werden und zeigt ein intensiveres Blau und einen stärkeren Wolkenkontrast. Hierzu muss die Polarisierung des Filters auf die jeweilige Bildsituation und die Richtung, aus der das Licht kommt, angepasst werden. An den meisten Zirkular-Polfiltern geschieht dies durch Drehen des oberen Teils der Filterfassung, während man durch die Kamera die Veränderungen im Bild betrachtet.