Canon EF 40mm f/2.8 STM
Canon ist es gelungen, ein hochqualitatives Objektiv mit winzigen Ausmaßen zu bauen. Es trägt so dünn auf, dass Canon es als "Pancake"-Objektiv (Pfannkuchen) bezeichnet. Das EF 40mm f/2.8 STM ist in vielerlei Hinsicht besonders und schon alleine deshalb hat man sofort ein gutes Gefühl, wenn man es in den Händen hält. In diesem Testbericht haben wir seine Stärken und Schwächen beleuchtet, damit Du Dir selbst ein Bild davon machen kannst, ob das Objektiv auch in Deine Fototasche hineingehört.
Einsatzzweck
Street & Reise
Durch seine winzigen Ausmaße ist das EF 40mm f/2.8 STM ideal für unauffällige Street-Fotografie geeignet und passt auch in jedes Reisegepäck. Die Brennweite und der maximale Abbildungsmaßstab von 0,18 x eignen sich gut für den Bereich zwischen engen Portraits und (kleinere) Gruppen von Menschen. Da es aber kein Weitwinkelobjektiv ist, kommt es bei größeren Szenen an seine Grenzen. Die gute Offenblende von f/2.8 ermöglicht außerdem die bei der Street-Fotografie teils benötigten kürzeren Belichtungszeiten.
Portraits
An APS-C Kameras hat das EF 40mm f/2.8 STM eine effektive Brennweite von 64 mm und ist somit auch für Portraits gut geeignet. Auch die Offenblende von f/2.8 eignet sich gut für Portrait-Aufnahmen, wenngleich in einigen Situationen eine noch niedrigere Blendenzahl von Vorteil wäre - hier bieten Objektive wie das EF 85mm f/1.8 USM oder das EF 50mm f/1.4 USM mehr Flexibilität. Erwähnenswert ist, dass das EF 40mm f/2.8 STM eine wirklich schöne und angenehm ruhig wirkende Hintergrundunschärfe erzeugen kann, was für Potraits besonders nützlich ist.
Video
Das EF 40mm f/2.8 STM ist eines der beiden ersten Canon-Objektive mit STM Autofokusmotor, der ursprünglich entwickelt wurde, um eine kontinuierliche automatische Fokussierung während Video-Aufnahmen zu ermöglichen. Falls Du Deine Kamera für Videos benutzt, wirst Du zwar sicher mehr als nur ein Objektiv benötigen aber das EF 40mm f/2.8 STM ist aufgrund seines sanften Fokussierens (auch bei manueller Scharfstellung) für Video gut geeignet.
Gewicht und Größezum Beginn der Seite
Gewicht
Das EF 40mm f/2.8 STM ist das kleinste je von Canon produzierte EF-Objektiv und mit 123 g ist es auch eines der leichtesten.
| Objektiv | Gewicht [g] | ||
|---|---|---|---|
| Canon EF 40mm f/2.8 STM | 123 |
Gewicht mit weiteren Objektiven vergleichen:
| Canon EF-S 10-22mm f/3.5-4.5 USM | 385 | |
| Canon EF-S 15-85mm f/3.5-5.6 IS USM | 571 | |
| Canon EF 16-35mm f/2.8L II USM | 635 | |
| Canon EF 17-40mm f/4L USM | 473 | |
| Canon EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 IS II | 196 | |
| Canon EF-S 18-135mm f/3.5-5.6 IS | 449 | |
| Canon EF 24mm f/2.8 IS USM | 276 | |
| Canon EF 24-70mm f/2.8L II USM | 802 | |
| Canon EF 24-70mm f/2.8L USM | 909 | |
| Canon EF 24-105mm f/4L IS USM | 665 | |
| Canon EF 28mm f/1.8 USM | 308 | |
| Canon EF 28mm f/2.8 IS USM | 256 | |
| Canon EF 50mm f/1.2L USM | 545 | |
| Canon EF 50mm f/1.4 USM | 267 | |
| Canon EF 50mm f/1.8 II | 121 | |
| Canon EF 50mm f/2.5 Compact Macro | 280 | |
| Canon EF-S 55-250mm f/4-5.6 IS | 390 | |
| Canon EF-S 55-250mm f/4-5.6 IS II | 390 | |
| Canon EF-S 60mm f/2.8 Macro USM | 333 | |
| Canon EF 70-200mm f/2.8L IS II USM | 1.484 | |
| Canon EF 85mm f/1.8 USM | 392 | |
| Canon EF 100mm f/2.8 Macro USM | 582 | |
| Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM | 621 | |
| Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS USM | 1.486 | |
| Canon EF 300mm f/2.8L IS II USM | 2.350 | |
| Canon EF 300mm f/2.8L IS USM | 2.538 | |
| Tamron AF 70-300mm F/4-5.6 Di LD MACRO 1:2 (für Canon) | 453 |
Größe
Das EF 40mm f/2.8 STM misst 68 mm (Durchmesser) × 23 mm (Länge).
Handhabung und Verarbeitungzum Beginn der Seite
Mal abgesehen von seinen wirklich extrem winzigen Ausmaßen, fällt sofort die hervorragende Verarbeitungsqualität des EF 40mm f/2.8 STM ins Auge. Das Objektiv hat eine sehr solide und hochwertige Anmutung und ist mit einem Objektivbajonett aus Metall ausgestattet, das für Verschleiß deutlich weniger anfällig ist, als Plastik-Bajonette. Der Fokussierring ist zwar klein (5 mm) aber sehr griffig und läuft so sauber und sanft, wie man es sich immer wünschen würde.
Canon liefert das EF 40mm f/2.8 STM nur mit Objektivdeckel und -Rückdeckel ohne weiteres Zubehör aus, aber eine Streulichtblende kann separat erworben werden. Ähnlich wie beim EF 50mm f/1.8 II muss diese an der Filterfassung des Objektivs befestigt werden (und bietet eine weitere Filterfassung), da das Objektiv keine eigene Halterung für Streulichtblenden besitzt. Zirkular-Polfilter und andere Filter, die je nach Sonnenstand für jede Aufnahme neu eingestellt werden müssen, können problemlos mit dem EF 40mm f/2.8 STM verwendet werden, da sich die Frontlinse beim Fokussieren nicht dreht. Die 52 mm Filterfassung wird auch bei anderen Objektiven (wie dem EF 50mm f/1.8 II und dem EF-S 60mm f/2.8 Macro USM) verwendet, was die Verwendung eventuell bereits vorhandener Filter ermöglicht. Außerdem können mithilfe eines günstigen Step-Up Filter-Adapters größere Filter montiert werden.
Stepping Motor (STM)
Das EF 40mm f/2.8 STM ist eines der ersten beiden Canon-Objektive mit eingebautem Stepping Motor (Schrittmotor) zur Fokussierung (das EF-S 18-135mm f/3.5-5.6 IS STM ist das andere). Canon hat diesen Motor entwickelt um zu den konventionellen Mikromotoren eine schnellere und leisere Alternative zu schaffen. Auch wenn dies dem Hersteller gelungen ist, erreichen STM Motoren aber nicht die Geschwindigkeit und Lautlosigkeit moderner Ultraschallmotoren. Im Vergleich zu manch alter USM-Implementation (wie z.B. im EF 50mm f/1.4 USM), weiß der STM-Motor des EF 40mm f/2.8 STM aber durchaus zu überzeugen (er ist deutlich leiser).
Wen aber kümmert es überhaupt, wie laut ein Autofokusmotor ist? - Nun, zum Einen kann ein konventioneller Mikromotor wirklich ungewünschte Aufmerksamkeit erregen, wenn man in ruhiger Umgebung (z.B. während der Hochzeitszeremonie) fotografiert. Außerdem verwenden viele ihre Spiegelreflexkamera mittlerweile für die Videoaufzeichnung, wo schon geringe Fokussiergeräusche störend wirken. Selbst bei Verwendung externer Mikrofone kann ein Mikromotor stören, sofern die Kamera nah in Aktion ist. Ob allerdings der STM-Motor des EF 40mm f/2.8 STM leise genug arbeitet, um auch das in die Kamera eingebaute Mikrofon für die Aufnahme verwenden zu können, würde ich bezweifeln wollen - aber er ist zumindest leiser, als Mikromotoren.
Besonderheiten
Der Fokussierring ist nicht mechanisch mit der Fokussiereinheit des Objektivs verbunden. Stattdessen weist man durch das Drehen des Rings sozusagen den Motor an, näher oder entfernter scharfzustellen. Das hat bei Videoaufnahmen den Vorteil, dass die Scharfstellung sehr sanft und gleichmäßig durchgeführt wird aber auch den Nachteil, dass selbst bei manueller Fokussierung die (in diesem Fall sehr geringen) Geräusche des STM Motors vorhanden sind. Außerdem benötigt der Motor natürlich Strom aus der Kamera, was wiederum bedeutet, dass diese sich während der manuellen Fokussierung nicht im Sleep-Modus befinden kann (also muss man den Auslöser halb durchdrücken, um die Kamera zu reaktivieren). Auch das Objektiv selbst fällt nach einiger Zeit in einen Sleep-Modus und kann auf gleiche Weise reaktiviert werden.
Eingriff in den Autofokus
Wie bei USM-Objektiven erlauben auch Objektive mit Stepping Motor jederzeit den manuellen Eingriff in den Autofokus. Das ist insbesondere praktisch, wenn der AF nicht exakt auf denjenigen Punkt scharfstellt, den man in der Schärfe haben möchte (z.B. die Augen eines Tieres) und man zu bequem ist, um auf MF umzuschalten (oder die nötigen Sekunden einfach nicht hat). Am meisten Sinn macht das zwar im One-Shot AF-Modus, aber auch im AI-Servo-Modus kann das (manchmal) sinnvoll sein, um dem Objektiv zu "zeigen", ob man den Vorder- oder Hintergrund scharfstellen möchte (während der Auslöser nicht gedrückt ist). STM-Objektive erlauben aber den manuellen Eingriff in den Autofokus - anders als USM-Objektive - nur im One-Shot AF-Modus (Canon könnte das mit einem Update der Kamera-Firmware künftig ändern).
Kontinuierliche Scharfstellung während der Aufzeichnung
Die wahrscheinlich größte Neuerung des EF 40mm f/2.8 STM ist, dass sein STM-Motor während einer Videoaufzeichnung (oder während der Fotografie mit Live-View) den Fokus kontinuierlich nachführen kann. Hierfür wird allerdings eine Kamera mit hybridem CMOS AF System benötigt und zur Zeit besitzt lediglich die EOS 650D dieses System. Die 650D besitzt ein berührungsempfindliches Display und erlaubt es durch eine Berührung den Fokuspunkt festzulegen. Berührt man auf dem Display den Kopf einer sich bewegenden Person, wird der Fokus automatisch nachgeführt. Das klappt mit dem EF 40mm f/2.8 STM wirklich gut (der Autofokus ist hierfür ausreichend schnell) und für Home-Videos ist der Motor auch ausreichend leise. Wer jedoch professionelle Videoaufnahmen macht, wird sich mit den - bei Verwendung des Kamera-internen Mikrofons - immer noch leicht hörbaren Fokusgeräuschen aber vermutlich nicht zufrieden geben.
